Forschungsverbund

Der Forschungsverbund ForGenderCare untersuchte den Zusammenhang von Gender (Geschlecht) und Care (Fürsorge) theoretisch wie empirisch vor einem interdisziplinären Horizont. In ForGenderCare haben sich elf bayerische Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen. In zwölf Projekten, gruppiert um die Cluster „Technik und Medien“, „Organisation und Arbeit“, „Familie und private Lebensformen“, sowie „Normative Fragen“ forschten sie gemeinsam und erarbeiteten Grundlagen für Praxistransfers für den bayerischen Kontext und darüber hinaus.

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst förderte ForGenderCare mit 3,2 Mio. Euro für eine Laufzeit von 4 Jahren.

Die Sprecherinnen des Verbunds ForGenderCare waren Prof. Dr. Barbara Thiessen (HAW Landshut) und Prof. Dr. Paula-Irene Villa (LMU München). Die LMU München war Sprecheruniversität des Verbundes, die Geschäftsstelle war dem Lehrstuhl Prof. Villa an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der LMU zugeordnet. Der Verbund gehörte der Bayerischen Forschungsallianz BayFor an.

In Bayern zeigt sich durch die Vielfalt der Regionen und der Sozialstruktur eine besonders interessante und gestaltungsoffene Gleichzeitigkeit traditioneller und neuer Muster von Care: Ländliche und urbane Räume, strukturstarke und -schwache Regionen, kulturell vielfältige Milieus, unterschiedliche Religionen und Weltanschauungen sind nur einige der für Bayern typische Charakteristika, die im Forschungsverbund besondere Aufmerksamkeit finden. Der Forschungsverbund ForGenderCare griff diese Komplexität auf. Dabei wurden die Analysen stets den Fokus auf Bayern gerichtet, um konkrete bayerische Bedarfe, Spezifika und Entwicklungspotenziale ausloten zu können. In vielen Projekten waren konkrete Forschungsfragen in Praxisfeldern angesiedelt. Hier wurden nachhaltige Kooperationen hergestellt und Wissenstransfers verankert.

Die Veranstaltungen des Forschungsverbundes fanden  z.T. mit ausgewählten Expert_innen aus der Praxis statt, um bereits während des Forschungsprozesses Praxisfragen aufgreifen und die Ergebnisse zeitnah der Praxis zur Verfügung stellen zu können. Andere Tagungen dienten der Grundlagenfoschung zum Thema, z.B. hinsichtlich der Forschungsmethoden oder der Klärung zentraler theoretischer Begriffe.

Alle Teilprojekte im Verbund betrieben ausdrücklich wissenschaftliche Nachwuchsförderung: Sie boten Promotionsstellen für exzellente Graduierte verschiedener Disziplinen an. Durch die interdisziplinäre Kooperation im Verbund wurden Nachwuchsforscher_innen zur Klärung, Präsentation und Diskussion ihrer eigenen Forschung und deren Ergebnisse beson- ders befähigt. Die enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Projekten, insbes. in der Cluster-Struktur, betraf nicht nur die Projektleitungen, sondern explizit auch die Ebene der Nachwuchswisenschaftler_innen.

Diese Zusammenarbeit konkretisierte sich am Nachwuchsforum ‚Gender und Care’: Drei Mal pro Jahr trafen sich die wissenschaftlichen Projektmitarbeiter_innen, um in strukturierter Weise über Methoden, Theorien/Begriffe, Anwendungsfragen und Praxis ihrer Forschung zu sprechen.